Foto: VFF Uniglas

Es werde Licht!

Viele Häuser und Wohnungen sind aufgrund zu kleiner und zu weniger Fenster echte Dunkelkammern. Kunstlicht ersetzt hier fast ganztägig das natürliche Sonnenlicht, was sich negativ auf die Menschen in diesen Räumen aus-wirken kann. 

Mehr Licht im Eigenheim bietet jede Menge Vorteile: Das Tageslicht nimmt direkten Einfluss auf den Biorhythmus des Menschen und unterstützt die Konzentrationsfähigkeit. Außerdem hilft es, Genesungsprozesse zu unterstützen, und es beeinflusst die Tag-Nacht-Phasen positiv. „Insgesamt hält man sich in helleren Räumen einfach lieber auf. Das gilt für Menschen jedweden Alters, also auch für Kinder, die das Licht besonders während des Aufwachsens benötigen“, so Frank Lange, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Holz-, Möbel- und Fertigbauindustrie (VFF). Ganz nebenbei reduzieren sich die Nebenkosten, denn es wird weniger Strom für die künstliche Beleuchtung verschwendet. „Frühmorgens dringen bereits die ersten Sonnenstrahlen in die eigenen vier Wände oder ins Bürogebäude ein und abends wird es erst später so dunkel, dass künstliche Lichtquellen eingeschaltet werden müssen. Allein das lohnt den Mehraufwand beim Bau oder bei der Modernisierung eines Gebäudes“, bekräftigt Lange. Dazu käme – bei entsprechender Lage des Objektes – der ungetrübte und freie Blick nach draußen und sogar die Heizkosten ließen sich mit mehr Fensterfläche und einem Wintergarten reduzieren. „Sonnenstrahlen erwärmen durch das Glas hindurch die dahinterliegenden Räume, ohne dass die Heizung angestellt werden muss. Das ist im Frühjahr, Herbst und Winter ein wunderbarer und willkommener Effekt, der dank der guten Wärmedämmung moderner Fenster und Fassaden über viele Stunden anhält.“ 

Für den warmen Sommer sollte jedoch auch an effektive Sonnenschutzlösungen gedacht werden. Diese können außen liegend, im Scheibenzwischenraum befindlich oder innen angebracht sein. Außerdem gibt es spezielle Sonnenschutzverglasungen. Alle diese Lösungen vermeiden ein übermäßiges Aufheizen besonders der nach Süden ausgerichteten Räume. „Man sieht also: Große transparente Fenster und Fensterflächen und – falls der Platz das hergibt – ein passend geplanter, ganzjährig nutzbarer Wintergarten sind wirklich gute und sinnvolle Investitionen, die für ein angenehmes Wohnen sorgen und den Wert der Immobilie dauerhaft steigern.“ 

Wintergärten gibt es in drei Materialvarianten: aus Holz, Metall oder Kunststoff bzw. aus Kombinationen dieser Stoffe. Allen gemein ist eine moderne Wärmedämmverglasung, wodurch der Wintergarten gleichwertig eines zusätzlichen Zimmers genutzt werden kann. Dazu kommt eine ausgewogene Kombination von weiterer Dämmung, Lüftung, Sonnenschutz und Heizung – je nach geplanter Verwendung.

Verschiedene Ausstattungsvarianten

Für die passende Temperatur im 3D-Naturkino sorgen außen oder im Scheibenzwischenraum installierte Jalousien und eine auf dem Glasdach angebrachte Markise. Die exklusivste Variante sind schaltbare Verglasungen: Bei ihnen wird mittels einer elektrischen Spannung eine Scheibenabdunkelung in mehreren angenehmen Blautonstufen erreicht. Die Durchsicht des Glases bleibt dabei jederzeit erhalten. Für noch mehr Komfort sorgt die passende Automation: Eine heute bereits ganz übliche automatisierte Beschattung mit Wind-, Regen- und Sonnensensoren und auf Wunsch eine Zeitschaltung erhöhen den Wohnkomfort zusätzlich. Auch die Natur kann beim Thema Beschattung helfen: Stehen vor dem Wintergarten einige größere Laubbäume, ist bereits ein perfekter, natürlicher Sonnenschutz vorhanden. Sobald es dann draußen kälter wird, die Bäume kein Laub mehr tragen und die Sonne tiefer steht, können die Sonnenstrahlen zur Erwärmung des Wintergartens genutzt werden. Dafür muss nur der Sonnenschutz geöffnet und die schaltbare Verglasung deaktiviert werden. Die gewonnene Wärme kann dann auch für das restliche Eigenheim genutzt werden.

Für frische Luft und weiteren Komfort sorgen neben diversen Fenster-, Türen- und Dachelementen einfach bedienbare Lüftungen. Diese Öffnungs- oder Lüftungsvarianten machen den Wintergarten zu einem exklusiven Wohnraum mit ganzjährigem Anschluss an die Natur, besonders wenn die Bedienung mit Motoren mittels automatisierter Steuerung durch Außen- und Innenfühler erledigt wird. Bei der unkomplizierten Reinigung des Wintergartens hilft selbstreinigendes Glas. Das Thema Sicherheit sollte bei der Entscheidung für einen Wintergarten ebenfalls eine Rolle spielen: Ist der Hausbewohner durch Gartenarbeit abgelenkt, können Langfinger unbemerkt die Gelegenheit nutzen, ins Haus einzudringen. Abschließbare und von außen bedienbare Elemente verhindern dies wirksam. 

Der Expertentipp: „Für die Errichtung eines Wintergartens ist in der Regel eine Genehmigung der Baubehörde notwendig. Außerdem kann das Einverständnis des Nachbarn notwendig sein, wenn der Wintergarten nah an der Grundstücksgrenze erbaut werden soll. Die Alternative ohne Heizung, aber mit vergleichbarer Ausstattung, ist der ‚Sommergarten‘. Dieser verlängert die schönen Frühlings-, Sommer- und Herbsttage. Er lässt sich meist an mehreren Seiten öffnen bzw. schließen und schützt so vor Wind und Regen – eine sinnvolle Variante des Wintergartens.“ www.fensterratgeber.de

Erschienen in: TOP MAGAZIN SAUERLAND 2/2019