KfW und BAFA: Fördermöglichkeiten für die Heizung Serie – Teil 2

Im ersten Teil unserer Serie über die verschiedenen Fördermöglichkeiten für Neubau und Wohnen haben wir die wichtigsten Fragen rund um die KfW-Förderung beantwortet. Im zweiten Teil der Serie widmen wir uns den Fördermöglichkeiten für den Austausch und der Optimierung von Heizungen.

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(Foto: © Pixel-Shot – stock.adobe.com)

Die meisten Hausbesitzer heizen mit Öl oder Gas. Viele der Ölheizungen und Gasheizungen sind seit mehr als 20 Jahren in Betrieb.
Diese Kessel sollen ausgetauscht werden, damit die Häuser bis 2045 klimaneutral sind. Dabei bietet sich der teilweise oder vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien an, der mit Fördermitteln bezuschusst wird. Der Staat unterstützt das energiesparende Bauen und Sanieren mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“.

 

Warum sollte ich meine Gas- oder Ölheizung erneuern?

Die Gründe für die Notwendigkeit einer neuen Heizung sind vielfältig. Die wahrscheinlich häufigsten Gründe für Hausbesitzer, ihre Heizung zu modernisieren, sind:

1. Ineffizientes Heizen: Eine ältere Heizung ist häufig ineffizient und verursacht dadurch unnötige Kosten. Falls die Heizung ein Effizienzlabel trägt, kann man daraus ablesen, wie effizient das Heizgerät ist.
2. CO?-Steuer auf Heizöl und Erdgas: Seit 2021 erhebt der Staat eine CO?-Steuer auf Heizöl und Erdgas. Die Kosten dafür steigen bis 2025 mit jedem Jahr an. Dadurch erhöhen sich wahrscheinlich auch die Heizkosten immer mehr, wenn das Heizgerät nicht erneuert wird.
3. Hohe Heizkosten: Eine sehr hohe Gasrechnung kann ein Indiz dafür sein, dass die Heiztechnik veraltet ist. Eine Heizkostenabrechnung mit anderen, ähnlichen Haushalten mit einer neueren Heiztechnik kann Aufschluss darüber geben, ob die Heizung erneuert werden sollte.
4. Hohe Abgaswerte: Das Heizen mit Erdgas oder Heizöl setzt Kohlendioxid frei, welches den Klimawandel befeuert. Ein neuer Wärmeerzeuger mit erneuerbaren Energien spart also nicht nur Heizkosten, sondern entlastet auch die Umwelt durch einen geringeren CO?-Ausstoß.
Neben diesen Gründen machen gesetzliche Vorschriften die Modernisierung der Heizung erforderlich.

 

So betont die Bundesregierung im „Maßnahmenpaket des Bundes zum Umgang mit den hohen Energiekosten“ vom 23. März 2022, dass Eigentümer von Immobilien ihre über 20 Jahre alten Heizungsanlagen nach Möglichkeit austauschen sollten.
Noch 2022 soll dafür eine neue Regelung eingeführt werden. Zusätzlich soll es über die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) ein Austauschprogramm für Gaskessel geben. Ziel ist es, dass ab dem 1. Januar 2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll.

 

In welchen Fällen kann die Heizungsförderung beantragt werden?

 

Eine Heizungsförderung kann von Hausbesitzern beantragt werden, wenn sie das bestehende Heizungssystem optimieren oder gegen ein neues austauschen wollen.
Wichtig: Voraussetzung für die Förderung der Heizungsoptimierung ist, dass die Heizungsanlage älter als zwei Jahre alt ist. Für einen Heizungsaustausch hingegen muss das Gebäude älter als fünf Jahre sein, damit es über die BEG gefördert werden kann.

 

In folgenden Fällen kann eine Heizungsförderung beantragt werden:
•    Installation von Solarthermie
•    Umstellung auf eine Gas-Hybridheizung
•    Umstellung auf EE-Hybridheizung
•    Einbau einer neuen Wärmepumpe
•    Installation von Biomasse-Heizungen (Pelletkessel, Scheitholzkessel, Hackschnitzel)

 

Was muss ich bei der Heizungsförderung beachten?

 

Die KfW ist primär für Neubauten und Komplettsanierungen zuständig, bei denen die neue Heizung Teil eines Gesamtkonzeptes werden soll. Kredite oder Zuschüsse für Einzelmaßnahmen sind jedoch ebenfalls möglich.
Das BAFA hingegen übernimmt mittlerweile bei der Förderung für Sanierungen alle Zuschüsse für Einzelmaßnahmen. Dies gilt also nicht nur für Heizungen, sondern für alle energetischen Sanierungen. Das BAFA fördert so z.B. den Einbau einer neuen Heizung oder die Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage.

 

Wichtig: Die Boni werden nur ausgezahlt, wenn alles rechtzeitig und korrekt beantragt wurde. Hausbesitzer sollten sich zunächst fachkundige Unterstützung bei einem Experten für Energieeffizienz einholen, da das Thema für Laien in der Regel sehr komplex ist. Die Experten-Unterstützung ist auch Voraussetzung dafür, um Fördermittel erhalten zu können. Die Experten erstellen im Rahmen der Förderung auch die notwendigen Bestätigungen für den Antragsteller. Zugelassen sind alle Energieeffizienz-Experten, die in der Expertenliste des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) geführt sind.
Konkrete Informationen, wie die Heizungsförderung beantragt wird, sind auf der Webseite der KfW (www.kfw.de) und des BAFA (www.bafa.de) zu finden.

 

Förderung für die Optimierung der Heizung

 

Falls die Heizung noch zu neu sein sollte, um sie auszutauschen, kann auch mit anderen Maßnahmen die Effizienz der Heizung gesteigert werden. So lassen sich die Förderprogramme neben der Anschaffung einer neuen Heizung auch für Heizungsoptimierung nutzen. Dadurch lässt sich der Brennstoff reduzieren und somit können Kosten gespart werden. Innerhalb weniger Jahre lassen sich die Investitionen so wieder einspielen.
Die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) unterstützt Eigentümer bei einzelnen Maßnahmen: 20 Prozent der förderfähigen Kosten können so als Zuschuss erhalten werden. Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro.
Voraussetzung für eine Förderung der Heizungsoptimierung ist, dass die Heizungsanlage älter als zwei Jahre ist.
Außerdem muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Dieser sorgt dafür, dass sich die Wärme im jeweiligen Haus optimal und gleichmäßig verteilt. Falls ein hydraulischer Abgleich aus technischen Gründen nicht möglich ist, ist ein normgerechter Heizungscheck Pflicht.

Neben einem hydraulischen Abgleich sind u.a. folgende Maßnahmen förderfähig:
• der Einbau einer modernen, hocheffizienten Heizungspumpe
• die Dämmung von Rohrleitungen
• der Einbau von Flächenheizungen
• die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

 

Lohnt sich die Heizungsförderung?

 

Ja! Der Umstieg auf effizientere und nachhaltigere Heizsysteme wird vom Staat belohnt. Der Austausch von alten Heizungen sowie die Optimierung der Heizung wird mit Krediten und Zuschüssen finanziell unterstützt. Ziel ist es, die Kosten zu senken und das Klima zu entlasten.
Bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten können Hausbesitzer über die Heizungsförderung 2022 durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger und den Austausch ihrer alten Ölheizungen zurückerhalten. Durch einen individuellen Sanierungsfahrplan lässt sich die maximale Förderquote sogar nochmals um fünf Prozent auf 50 Prozent steigern.

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