Rosalie Freifrau von Landsberg-Velen

Nicht nur Adel verpflichtet.

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(Foto: Getty Images Franziska Krug)

Ob es um das „Longines Balve Optimum“ geht, um Netzwerken, organisatorische Herausforderungen oder um die normalen Pflichten als Mutter – Rosalie Freifrau von Landsberg-Velen hat immer etwas zu tun. Das von ihr veranstaltete Reitturnier Longines Balve Optimum geht nun vom 12.  Bis 15. Juni in die nächste Runde. Eine Geschichte von Tradition und Moderne, von der Großstadthektik in Berlin und dem Landleben im Sauerland, von Herkunft und Zukunft, von Pferden und dem Wunsch, Verrücktes zu tun. 

Das Handy klingelt unerbittlich, dabei hat Rosalie von Landsberg-Velen eigentlich gar keine Zeit. „Mein Tag bräuchte immer 48 Stunden…“, sagt die großgewachsene elegante Wahl-Berlinerin. Kein Wunder, denn das Reitturnier Longines Balve Optimum – eines der größten Deutschlands und Ausrichter der Deutschen Meisterschaften Dressur- und Springreiten - steht vor der Tür. Vom 12. bis 15. Juni 2025 versammeln sich die besten Reiter und Pferde im idyllischen Sauerlandstädtchen Balve zum nationalen Championat. Eine Menge Arbeit. Bei der Freifrau, die dem ganz alten Adel entstammt, laufen die Fäden zusammen, sie ist Turnierchefin. Und die Strippen, die zieht sie aus Berlin. Vor über zehn Jahren verlegte Rosalie von Landsberg-Velen ihren Wohnsitz vom Schloss Wocklum im Sauerland in die pulsierende Hauptstadt. „In Charlottenburg fühle ich mich sehr wohl. Ich liebe die vielen kleinen Plätze. Hier habe ich sozusagen mein ‚Dorf‘ inmitten der Großstadt.“ Auch wenn sie es schon manchmal vermisse, morgens nicht direkt von Pferden begrüßt zu werden…

 

In den Reitsport geboren

Edle Rösser und die Arbeit rund um das Reitturnier bestimmten schon immer Rosalie von Landsberg-Velens Leben. Ins Leben gerufen wurde das Longines Balve Optimum im Jahr 1948 von Dietrich Graf von Landsberg-Velen, Vater von Rosalie, ein „Pferdemann“ durch und durch – und vor allem ein geborener Sport-Funktionär, der gerne der „Reiter-Graf“ genannt wurde. Kein Wunder also, dass seine Tochter die Liebe zum Reitsport in die Wiege gelegt bekam. „Ich wuchs damit auf und in die Tätigkeiten hinein.“ In diesem Jahr führt Rosalie von Landsberg-Velen das Turnier zum vierzehnten Mal ohne ihren Vater durch. Er verstarb am 15. April 2012 im Alter von 86 Jahren. „Das war schwer. Schwer für mich, schwer für das Optimum, schwer für die Reiterwelt. Aber gemeinsam als Team haben wir das geschafft. Ich hatte mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Ich weiß nicht, ob die Menschen glaubten, eine Frau könne das nicht übernehmen… Im Reitsport und besonders in der Adelswelt herrschen manchmal eben noch etwas angestaubte Hierarchien“, berichtet Rosalie von Landsberg-Velen.

 

Adel verpflichtet?

Den Spagat zwischen Tradition und Moderne meistert die Freifrau mittlerweile gekonnt. „Ich bin im Schloss Wocklum groß geworden. In meiner Brust haben immer zwei Herzen geschlagen, die es zu koordinieren galt.“ Das sieht man bei der Einrichtung, bei der sie Erbstücke gekonnt mit modernen Möbeln kombiniert, und an ihrer Erscheinung mit dem flotten Bob, den sie mit aristokratischer Anmut trägt. Ihr Doppelname weist auf die Verbindung zweier Adelsgeschlechter hin. Die von Landsbergs gehen gar bis in das Jahr 1115 zurück. Alter Adel also – und der verpflichtet? „Als junges Mädchen habe ich mich für den Namen geniert. Und in einem Schloss zu wohnen war auch alles andere als normal. Meine drei Schwestern und ich wuchsen trotzdem völlig selbstverständlich unter den großen Ahnenbildern auf. Im Flur Rollschuh zu laufen war keine Ausnahme. Dennoch war die Erziehung ausgerichtet auf eine standesgemäße Heirat.“ Ganz so glatt ist es bei Rosalie von Landsberg-Velen nicht gelaufen. Sie verliebte sich in den Nichtadligen Dietmar Gugler, einem ehemaligen Profireiter, und bekam mit ihm zwei Töchter: Madeleine und Louisanne. Es gab kein Märchen-Happy-End, denn geheiratet haben sie nicht. Willkommen in der modernen Welt. Uneheliche Kinder. Trennung… Adel verpflichtet eben nicht immer. Oder doch? Perfekt organisiert ist Rosalie von Landsberg-Velen in ihren täglichen Aufgaben. Wenn möglich, lässt sie aber auch gerne einmal fünfe gerade sein. Gutes Essen sei ihr wichtig, gerne auch „guter Wein mit Käse. Und Champagner mag ich auch“, lacht sie. Übrigens: Gegen ein Treffen mit Kevin Costner oder George Clooney hätte die Freifrau nichts einzuwenden. 

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