Die Kraft der Natur

Heilpflanzen und ihre Wirkung

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(Foto: © Sonja Birkelbach – stock.adobe.com)

Immer mehr Menschen möchten auf Pharmaprodukte mit Nebenwirkungen verzichten und fragen in der Apotheke nach „etwas Pflanzlichem“. Pflanzliche Mittel gelten als gut verträglich und sind schon seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde bewährt. Die aktiven Wirksubstanzen gehören häufig zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Im Gegensatz zu chemischen Arzneimitteln setzen sie sich oft aus einem Gemisch von verschiedenen Substanzen zusammen. Heilpflanzen rufen nur selten Nebenwirkungen hervor und meistens vertragen sie sich gut mit anderen Medikamenten. Pflanzliche Arzneimittel lindern leichtere Beschwerden. Sie ersetzen bei schwerwiegenden Krankheiten keine Therapien, können diese aber ergänzen. Lassen Sie sich in der Apotheke oder beim Arzt beraten!

 

Pfefferminze
Ihre Wirkstoffe sind insbesondere ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe. Die Hauptwirkung bezieht sich auf die Linderung von Magen-Darm-Beschwerden. Hier wirkt sie ganzheitlich, löst schmerzhafte Krämpfe, behebt Blähungen, fördert die Bildung der Gallen-, Magen- und Verdauungssäfte und beschleunigt die Magenentleerung. Die Pfefferminze wirkt antibakteriell, macht die Atemwege frei, eliminiert schlechten Mundgeruch, wirkt gegen Mundschleimhautentzündungen und gegen Kopfschmerzen. Nebenwirkungen treten nur auf, wenn man die Wirkstoffe (das ätherische Öl) in zu großen Dosen einnehmen würde.

 

Die Mariendistel
Die stachelige, violett blühende Pflanze ist, insbesondere in warmen Regionen, wild am Wegesrand zu finden. Der Inhaltsstoff Silymarin hat eine hohe Schutzwirkung auf die Leber und verhindert Schäden, die durch eine Überbelastung  (Vergiftungen, Entzündungen, Verfettung) entstehen. Die Mariendistel beschleunigt auch die Regeneration der Leberzellen.

 

Salbei
Der Echte Salbei ist ein stark aromatischer, verzweigter Halbstrauch. Zu medizinischen Zwecken werden die Blätter verwendet. Durch seine antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften wirkt Salbei konservierend und beugt dem Ranzigwerden von Fetten vor. Anwendungsgebiete: äußerlich bei Zahnfleisch- und Halsentzündungen, innerlich bei Verdauungsbeschwerden, zur Hemmung der Schweißbildung, zur Unterstützung des Abstillens, Beschwerden in den Wechseljahren, Alzheimerkrankheit. Achtung: Höhere Dosen und längere innerliche Anwendung vermeiden, da die Gefahr epilepsieähnlicher Krämpfe besteht!

 

Die Klettenwurzel
Die klebende Eigenschaft macht die Klette für unser Blut so wertvoll. Die Wurzel kann an Schwermetallen und Giften kleben und so die Toxine rasch aus dem Körper ausschwemmen. Sie wirkt außerdem harntreibend und besitzt antibakterielle und antimykotische (pilzfeindliche) Eigenschaften, weshalb sie auch bei Hautproblemen wie Akne oder schuppiger Kopfhaut angewendet wird. Die Haupt-Inhaltsstoffe sind Inulin, Schleime, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Sitosterin sowie antibiotisch und fungizid wirkende Substanzen.

 

Lavendel
Der Echte Lavendel ist ein winterharter Halbstrauch, der im westlichen Mittelmeerraum beheimatet ist. Medizinisch verwendet werden die kurz vor dem Aufblühen geernteten Blüten und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Blüten wirken beruhigend bei nervös bedingten Unruhezuständen, Einschlafstörungen und Kreislaufbeschwerden. Zudem hilft Lavendel bei der Behandlung funktioneller Oberbauchbeschwerden, Atemwegserkrankungen und rheumatischen Beschwerden. Angewendet wird er als Tee, Öl oder Aufguss in einem Bad.

 

Brennnessel
Die Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich: Ausleitung von Schlacken und Toxinen, Durchblutungsstörungen, pflanzliche Eisenquelle, Förderung der Milchsekretion während der Stillzeit, Rheumatismus der Muskeln und Gelenke, Gicht, Hautbeschwerden, Neigung zur Geschwürbildung, Leber- und Gallenleiden, Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden, Verhütung von Nieren- und Harnsteinen, Diabetes mellitus, Verschleimung der Atmungsorgane, milde Anregung der Nierentätigkeit, Prostata- und Harnwegsbeschwerden, Haarprobleme. Bei der Verwendung von Brennesselkraut ist auf eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Liter stillem Wasser zu achten.

 

Löwenzahn
Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe, Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Schleimstoffe und (in der Wurzel) Inulin. Löwenzahn wird bei Bluthochdruck, Husten, Verstopfung und Problemen mit der Gallenblase eingesetzt und regt die Durchblutung an. Der Abtransport von Stoffwechselschlacken und damit die Schmerzlinderung bei Gicht und Rheuma werden unterstützt. Die Gallensaftsekretion kann der Bildung oder der Vergrößerung von Gallensteinen entgegenwirken. Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsprobleme können gelindert werden. Löwenzahn hat eine harntreibende Wirkung und ist appetitanregend und antriebssteigernd. Für eine Kur wird er als Tee, Wurzelextrakt, Frischpflanzensaft oder Pulver über circa vier Wochen eingenommen.

Fotos: Pixabay, matthias boeckel, tortic84, glacika56, S. Hermann & F. Richter, Capri23auto, Kerstin Riemer, Alexandra_Koch, NickyPe, Wolfgang Eckert, Hans Braxmeier, Constanze Riechert-Kurtze

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